Was lange währt …

Jetzt sind die symbolischen ersten Spatenstiche für ein modernes Stadthaus der Wohnungsgenossenschaft in der Oscar-Kjellberg-Straße 3 gesetzt worden.

OKS 3 ist in die drei Edelstahlblätter eingetrieben, die an diesem Dienstagmorgen die symbolischen Spatenstiche auf dem Grundstück Oskar-Kjellberg-Straße 3 ermöglichen. Für die Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde eG sind es besondere Spatenstiche. „Erstmals seit knapp 40 Jahren bauen wir im Sanierungskern der Stadt ein neues Haus“, sagt Vorstandsvorsitzender Ullrich Witt. Auf einem 880 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Naundorfer Straße wächst nunmehr ein modernes Stadthaus mit sechs bis sieben Wohnungen. „Das hängt noch davon ab, wie wir das Dachgeschoss gestalten“, sagt Gabriele Brungart, Technischer Vorstand der Genossenschaft. Als Impulsgeber für den Vorstoß und damit das neue Kapitel in der Geschichte der Genossenschaft benennt Ullrich Witt den Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Schäfer. Neben der Stärkung und Entwicklung des Bestandes von insgesamt 2750 Wohnungen folge man der großen Nachfrage nach neu gebauten Wohnungen, zu denen Balkone und Terrassen, ein Aufzug und Auto-Stellplätze gehören, markiert Gabriele Brungart die strategische Entscheidung.

Dass seit dem Projektstart im Jahr 2015 einige Zeit bis zu den ersten Spatenstichen verflossen ist, sieht sie als „Zeit für einen wertvollen Prozess des Einbeziehens des Strategieteams der Genossenschaft in die Entwicklung des Vorhabens“. Auch habe es zur Optimierung in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Stadtverordnetenversammlung eine Anpassung des Bebauungsplanes gegeben. So wurde es möglich, das neue Haus im Unterschied zum alten, im Jahr 2016 abgerissenen, drei Meter vom Fußweg in der Naundorfer Straße nach hinten zu rücken. Etwa fünf Meter Abstand gibt es zum Fußweg in der Oscar-Kjellberg-Straße. „So konnten wir das Grundstück abrunden“, freut sich Gabriele Brungart.

Projektpartner der Genossenschaft ist das Ingenieurbüro Walter Schiementz aus Meuro.

Seit dem 6. November liegt die Baugenehmigung vor. Tags darauf ist der Bauvertrag unterzeichnet worden. Die vollen Auftragsbücher bei Finsterwalder Firmen seien der Hintergrund, dass man den Bogen weiter in die Region zu schlagen hatte. Mit der Noack Baugesellschaft aus Burg ist Ullrich Witt guter Dinge, schlagkräftige Partner gefunden zu haben. Noch vor dem Wintereinbruch soll es mit den Arbeiten losgehen. Eine Grundsteinlegung ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen.

Insgesamt 1,6 Millionen Euro lässt sich die Wohnungsgenossenschaft das Stadthaus kosten, das dem Zahn der Zeit folgend selbstverständlich barrierefrei gebaut werde.

In Nachbarschaft mit der in Finsterwalde als Magnolienhaus bekannten Hausnummer 1 und der sanierten Fabrikantenvilla mit der Hausnummer 5 sowie dem vis a vis in der Leipziger Straße 46 neu entstehenden Wohnhaus geht es in diesem Stadtteil also weiter voran. Uwe Brenner vom Stadtsanierungspartner DSK: „Das ist eine tolle Sache. Im Sanierungsgebiet wird eine weitere Lücke geschlossen.“ Mit Blick auf das augenfällig immer mehr verfallende Haus-Nummer 6 ist Uwe Brenner nach einem Gespräch mit der Eigentümergemeinschaft im September „verhalten optimistisch“, dass sich auch hier etwas bewegen könnte. Auf alle Fälle bleibe es im Bereich Oscar-Kjellberg-/Leipziger Straße spannend, macht es der Stadtentwickler geheimnisvoll. Und damit meine er noch nicht mal den Bau der Stadthalle. Der Wandel des Areals von „einer vernachlässigten Schmuddelecke zu einem nachgefragten Wohnquartier im Zusammenspiel von kommunalen und privaten Investoren“ verleitet selbst den eher zurückhaltenden Stadtentwickler zum Gefühlshoch. „Das ist fast schon sensationell zu nennen“, so Uwe Brenner. Für die Wohnungsgenossenschaft sei die sanierte Straße einer der Gründe gewesen, hier neu zu bauen, hatten die Vorstände von Beginn an betont.

Sängerstadt-Bürgermeister Jörg Gampe (CDU): „Das Bauvorhaben in der Oskar-Kjellberg-Straße 3 bedeutet eine weitere Aufwertung der Straße. Es ist gut und wichtig für die Stadtentwicklung, dass die WoGe dieses Projekt in der Innenstadt umsetzt.“ Und so fehlen nur noch begeisterte Mieter. Für das Stadthaus gibt es bereits eine Liste von 35 Interessenten, fünf von ihnen seit dem Projektstart 2015.

(Artikel aus der Lausitzer Rundschau vom 13.11.2018 von Gabi Böttcher)